Herbstversammlung der KHW Nürnberg: Kommunale Haushaltskrise stellt auch das Handwerk vor Herausforderungen

Die angespannte Haushaltslage der Stadt Nürnberg stand im Mittelpunkt der Herbstversammlung der Kreishandwerkerschaft Nürnberg Stadt und Land (KHW) am 29. Oktober. Die Delegierten kamen zusammen, um sich über die finanziellen Herausforderungen der Kommune und deren Auswirkungen auf das regionale Handwerk auszutauschen. Als Gastredner gab Nürnbergs Stadtkämmerer Thorsten Brehm Einblicke in die aktuelle Haushaltsplanung und die schwierigen Entscheidungen, vor denen die Stadt steht.

Bereits zur Begrüßung machte Kreishandwerksmeister Achim Hanisch deutlich, welche Folgen die angespannte Finanzlage für das Handwerk haben kann. Sinkende Gewerbesteuereinnahmen und steigende Sozialausgaben zwingen die Stadt zu Einsparungen. Besonders kritisch sieht Hanisch mögliche Kürzungen bei öffentlichen Bauvorhaben. „Eines darf bei allen notwendigen Sparmaßnahmen nicht passieren: dass wir heute auf wichtige Investitionen verzichten und dafür morgen einen noch höheren Preis bezahlen“, betonte er. Schulen, öffentliche Gebäude und Infrastruktur müssten auch künftig saniert und modernisiert werden. Für die regionalen Handwerksbetriebe seien solche Investitionen wichtige Aufträge und eine verlässliche Grundlage für ihre Planungssicherheit.

Kommunen stoßen an ihre finanziellen Grenzen

Wie angespannt die Situation tatsächlich ist, verdeutlichte Thorsten Brehm in seinem Vortrag. Nürnberg stehe mit seinen finanziellen Problemen keineswegs allein da. Bundesweit seien zahlreiche Kommunen von sinkenden Einnahmen, wachsenden Ausgaben und strukturellen Defiziten betroffen. Zusätzliche Aufgaben durch gesetzliche Vorgaben von Bund und Ländern verschärften die Situation.

Auch in Nürnberg entwickeln sich die Gewerbesteuereinnahmen schwächer als erwartet. Gleichzeitig steigen die Ausgaben, insbesondere für soziale Leistungen, Jugendarbeit und das Klinikum Nürnberg. Um die dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt zu sichern, seien Einsparungen unumgänglich. Diskutiert wurden unter anderem Kürzungen in der Verwaltung, beim Personal und bei Investitionen. Gerade Letztere sorgten für Gesprächsstoff. Denn auch aus Sicht des Handwerks dürfen notwendige Bau- und Sanierungsmaßnahmen nicht dauerhaft aufgeschoben werden.

Rückblick und Vorstandswahlen

Im weiteren Verlauf blickte Achim Hanisch auf die Arbeit der Kreishandwerkerschaft im Jahr 2026 zurück. Besonders der Sommerempfang im Nürnberger Opernhaus und die Jahreshauptversammlung im Juli hätten gezeigt, wie wichtig der Austausch innerhalb des Handwerks sowie mit Politik und Verwaltung ist. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gelte es, gemeinsam Lösungen zu finden und die Interessen der Betriebe weiterhin geschlossen zu vertreten.

Im Anschluss standen die turnusmäßigen Vorstandswahlen auf der Agenda. Dabei wurde Achim Hanisch in seinem Amt als Kreishandwerksmeister bestätigt. Zu seinen Stellvertretern wählten die Mitglieder Harald Hubert (Hubert GmbH) und Marcus Pinsel (Die Saubermacher Facility GmbH). Als Beisitzer für die Innungen mit eigener Geschäftsführung gehören dem Vorstand künftig Dieter Augustin (Raumausstattung Augustin), Christine Fröhlich-Müller (Autohaus Fröhlich GmbH) und Claudio Paulus (E. Engelhardt GmbH & Co. KG) an. Die Innungen, deren Geschäftsführung bei der KHW Nürnberg liegt, werden durch Klaus Holler (Klaus & Matthias Holler GbR), Christian Lang (Glas Lang) und Christian Pickelmann (Möbelwerkstatt Pickelmann) vertreten. Mit der Wahl von Bernard Weis und Andreas Sanwald in den Rechnungsprüfungsausschuss waren die personellen Entscheidungen abgeschlossen.

Damit ist die Kreishandwerkerschaft auch für die kommende Amtsperiode bestens aufgestellt, um die Interessen des regionalen Handwerks gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit wirkungsvoll zu vertreten.

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